Völksen. Schon bei der Vorstellung des geplanten Projektes „Supermarktneubau Im Stiege“ herrschte nicht gerade Begeisterung über den vorgesehenen Standort bei der CDU-Fraktion. Vielmehr war man verblüfft, daß jemand überhaupt auf die Idee kommen konnte, die zukünftige „Haupteinkaufsmöglichkeit in Völksen“ dort oben am Berge bauen zu wollen..
Der Projektentwickler behauptete, es gäbe absolut keine verfügbaren Alternativen zu diesem Standort unterhalb der Bundesstraße, deshalb müsse es eben dieser sein.
Die CDU Fraktion meint allerdings, dass es im Grunde keine Argumente für einen großen Markt „Im Stiege“, sondern nur Gegenargumente, die in der öffentlichen Diskussion bereits genannt wurden, gibt. Da wären zum Beispiel die Hanglage und die damit verbundene problematische Erschließung eines Areals, das teilweise aus einem mit Müll und Boden verfüllten Steinbruch besteht. Die Entwässerungsproblematik dürfte schwer zu lösen sein. Die Wege in Völksen werden länger. Fußläufig oder mit dem Fahrrad ist der Standort nur beschwerlich erreichbar. Also wird der Großteil der Kunden mit dem Auto zum neuen Markt fahren, oder auch gerade nicht, sondern man fährt lieber gleich zur Osttangente nach Springe, wo noch mehr Möglichkeiten vorzufinden sind. Für Einkäufe des täglichen Bedarfs ist ein Markt in der Größe des bisherigen NP-Marktes vollkommen ausreichend. Qualitativ hochwertigere Erzeugnisse bekommt man derzeit ohnehin nur beim Bäcker und Schlachter im Dorfkern, beziehungsweise bei den Hofläden.
Aus Sicht der CDU ist es unverständlich, dass seitens der Stadtverwaltung exklusiv mit dem EDEKAInvestor und nur über den Platz „Im Stiege“ gesprochen wurde. Es wurde scheinbar nicht einmal der Versuch unternommen, Alternativen beziehungsweise alternative Betreiber zu finden. Das war unter anderem auch der Grund, warum die Mehrheit des Ortsrates dem Antrag der CDU-Fraktion folgte, den Tagesordnungspunkt „30. Änderung des Flächennutzungsplanes (Hohes Dabergfeld)“ auf der Ortsratssitzung im November 2020 von der Tagesordnung zu nehmen. Solch ein für das Dorf einschneidendes Projekt muß gut durchdacht werden und sollte im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes diskutiert werden. Im Idealfall muß es heißen: „Flächenrecycling“ vor Verbrauch neuer Flächen; oder doch mindestens eine räumliche Nähe zur Ortsmitte und zu den anderen Einkaufsmöglichkeiten in Völksen.
Dass es doch Alternativen im Ort gibt, hat die „IG Dorfentwicklung“ nach eigenen Angaben festgestellt. Das ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass die Suche nach einem geeigneten Standort angeblich schon zehn Jahre gedauert haben soll. Die CDU begrüßt es, wenn die Interessengemeinschaft die Ergebnisse ihrer Recherchen und Gespräche dem Ortsrat am 1. Juni 2021 vorstellt. In der aktuellen Vorlage für die Ortsratssitzung ist der zukünftige Standort der Feuerwehr „Im Stiege“ – entgegen der Vorlage im November - nicht mehr enthalten; ein alternativer Standort wird nicht genannt. Kein gutes Signal für die Feuerwehr, die doch seit Jahren auf das dringend notwendige neue Gerätehaus wartet. Die CDU Völksen fordert nachdrücklich, die Suche nach einem geeigneten Feuerwehrstandort mit der mindestens gleichen Priorität neben der Standortsuche für den Nahversorger voranzutreiben.